Bauwende
Nachhaltig weiterbauen. Nicht einfach weiterbauen.
Der Elbtower ist bereits da. Fundamente, Untergeschosse und ein großer Teil der Tragstruktur sind gebaut. In ihnen stecken enorme Mengen Material, Energie und CO₂.
Genau darin liegt die Chance.
Statt den Bestand abzureißen oder den ursprünglichen Glas- und Stahlbetonturm einfach zu vollenden, wollen wir mit dem weiterbauen, was bereits vorhanden ist – und ab jetzt anders bauen.
Der Elbtower kann so vom Problemfall zum Reallabor der Bauwende werden.

Der Bestand ist unsere wichtigste Ressource
Was bereits gebaut wurde, muss nicht noch einmal produziert werden. Deshalb beginnt zirkuläres Bauen für uns nicht mit einem neuen Baustoff, sondern mit dem Erhalt und der intelligenten Weiterentwicklung des Bestands.
Neue Gebäudeteile sollen möglichst leicht, modular und ressourcenschonend entstehen – beispielsweise in Holz-Hybridbauweise. Wo möglich, werden vorhandene Bauteile wiederverwendet und Materialien aus anderen Gebäuden eingesetzt.
Unser Prinzip:
- Bestand erhalten und weiterentwickeln
- nachwachsende und wiederverwendete Materialien einsetzen
- Bauteile aus Urban Mining und Re-Use nutzen
- sortenreine Materialien bevorzugen
- Konstruktionen modular und rückbaubar planen
- Materialien und Bauteile dokumentieren und ihre Kreisläufe nachvollziehbar machen
So wird aus einem linearen Bauprozess ein System, in dem Gebäude zu Materialbanken werden.
Das Gebäude wird Teil des Next Economy Hub
Der Next Economy Hub zeigt nicht nur, wie Kreislaufwirtschaft funktioniert. Der Elbtower selbst wird zu ihrem Demonstrator.
Materialien, Konstruktion, Energie, Wasser und biologische Kreisläufe können im realen Betrieb beobachtet, erprobt und weiterentwickelt werden.
Unternehmen, Start-ups, Forschung und Bildung bekommen damit einen außergewöhnlichen Maßstab für Innovation: das Gebäude selbst.
Neue Materialien können demonstriert, Re-Use-Lösungen erprobt, Stoffströme sichtbar und Daten aus dem Gebäudebetrieb für Forschung und Weiterentwicklung genutzt werden.
So entsteht kein Showcase über Nachhaltigkeit, sondern ein Living Lab für die Bauwende.
Architektur als urbanes Ökosystem
Auch Natur soll nicht nachträglich als Dekoration an das Gebäude gebracht werden. Biodiversität wird Teil seiner Architektur.
Ein dynamisches Vegetationskonzept verbindet unterschiedliche Pflanzen, Höhen und Entwicklungsphasen. Schnell wachsende Arten schaffen früh Grün und Verschattung, robuste Gehölze entwickeln dauerhafte Strukturen und langfristig können größere Pflanzen und Bäume Lebensräume und ein eigenes Mikroklima schaffen.
Ergänzt durch Nisthilfen, Insektenhabitate und strukturreiche Pflanzflächen entsteht ein vertikaler Lebensraum mitten in der Stadt.
Dabei geht es um mehr als Begrünung: Das Gebäude soll aktiv zur urbanen Biodiversität beitragen – als Trittstein, Habitat und Ausgangspunkt für weitere Vegetation im Stadtraum.

Kreisläufe statt Verbrauch
Ein zirkuläres Gebäude endet nicht bei seinen Baustoffen. Auch im Betrieb sollen Ressourcen möglichst lange im System bleiben.
Regen- und Grauwasser können gesammelt, aufbereitet und erneut genutzt werden. Energie wird lokal erzeugt, zurückgewonnen und intelligent zwischen unterschiedlichen Nutzungen verteilt. Organische Reststoffe können zu neuen Ressourcen werden.
Auch die Flächen selbst folgen diesem Prinzip: Räume werden nicht für eine einzige Funktion optimiert, sondern so geplant, dass sie sich verändern, teilen und mehrfach nutzen lassen.
Materialien, Energie, Wasser, Flächen und Wissen bleiben in Bewegung – und möglichst lange im Kreislauf.
Ein Gebäude, das zeigt, wofür es steht
So kann aus einem Symbol einer vergangenen Immobilienlogik ein weithin sichtbares Beispiel dafür werden, wie Bauwende funktioniert: zirkulär, regenerativ und mitten in Hamburg.
Naturkundemuseum und Next Economy Hub beschäftigen sich mit Biodiversität, Ressourcen, planetaren Grenzen und neuen Formen des Wirtschaftens.
Das Gebäude, in dem sie stattfinden, muss deshalb denselben Anspruch verkörpern.
Der Elbtower kann zeigen, dass wir ein problematisches Erbe nicht beseitigen müssen, um etwas Neues zu beginnen. Wir können es als Ressource begreifen und transformieren.
Nicht höher bauen. Sondern klüger weiterbauen.
So kann aus einem Symbol einer vergangenen Immobilienlogik ein weithin sichtbares Beispiel dafür werden, wie Bauwende funktioniert: zirkulär, regenerativ und mitten in Hamburg.

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